Grundsätzlich gibt es keine „Briten-typische Krankheiten“, jedoch eine Reihe von Erbkrankheiten, die entweder aus anderen Rassen eingeschleppt wurden oder die vollkommen rasseunabhängig sind. Entsprechende Tests und Vorsorgeuntersuchungen sollten für einen seriösen Züchter deshalb Pflicht sein. Dazu gehören:

PKD (Polycystic Kidney Desease / Polyzystische Nierenerkrankung):
Eine autosomal dominant vererbte Erkrankung, die vermehrt bei Perserkatzen auftritt. (autosomal dominant = mindestens ein Elternteil ist/war betroffen).
Dabei zeigen sich mit Urin gefüllte Bläschen (Zysten) an den Nieren. Eine Therapie ist nicht möglich, je nach Ausprägung führt die Krankheit in unterschiedlichem Alter zum Tod durch Nierenversagen.

Da sich die Zysten relativ früh entwickeln (im ersten Lebensjahr) und relativ einfach per Ultraschall diagnostizierbar sind, ist es für Züchter heute leicht möglich durch die entsprechenden Untersuchungen mögliche Träger der Krankheit von der Zucht auszuschließen. Außerdem existiert ein Gen-Test, der jedoch nur eins der möglichen, verursachenden Gene (PKD 1) bei Persern und deren Abkömmlingen erkennt. Nach § 11b des Tierschutzgesetztes ist die Zucht sowohl mit positiven, wie auch mit heterzygoten (=mischerbigen) Tieren verboten.

HCM (Hypertrophe Kardiomyopathie):
Eine Erkrankung des Herzmuskels, die zum Tode führt. Charakteristisch ist eine meist asymmetrische Verdickung (Hypertrophie) der Muskulatur der linken Herzkammer. Hauptbeschwerden sind Atemnot bei Belastung und lebensgefährliche Herzrhythmusstörungen. Allerdings gibt es auch Katzen, die äußerlich kerngesund scheinen und dann plötzlich ohne jegliche Vorwarnung tot umfallen. Als einzige wirkungsvolle Diagnosemöglichkeit steht zurzeit das Echokardiogramm (Ultraschall) mit einem speziellen Farbdoppler zur Verfügung. Die Untersuchung sollte ab ca. einem Alter von einem Jahr und dann regelmäßig im Abstand von 1 – 2 Jahren bei einem Kardiologen durchgeführt werden.
HCM kann – je nach Ausprägung – bei frühzeitiger Diagnose behandelt, jedoch nicht geheilt werden.
Die Krankheit kann genetischer Art sein (zurzeit geht man von einem autosomal dominanten Erbgang aus), oder auch erworben werden, z.B. als Nebenerscheinung einer anderen Krankheit wie z.B. CNI (Chronische Niereninsuffizienz) oder entzündlichen Krankheiten, die das Herz stark belasten.
Der Zuchtausschluss betroffener Tiere erweist sich zum Teil als schwierig, da die Tiere bis zu einem Alter von ca. 7 Jahren an der genetischen Form erkranken können. Etwas Sicherheit bieten daher nur konsequent durchgeschallte Linien und ein offener Umgang mit dieser Krankheit in der Züchterwelt, was aber vermutlich noch einige Jahre dauern wird.

In der Zeitschrift hundkatzepferd ist in 03/10 ein sehr informativer Artikel von Dr. JanGerd Kresken - Kardiologe in der Tierklinik Duisburg Kaiserberg mit dem Titel Katzenherzen veröffentlich worden. Mit freundlicher Genehmigung von Dr. Kresken darf ich den Artikel hier online stellen: (klick)

 

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