Herkunft und Geschichte
Bereits auf der ersten Katzenausstellung1871 im Londoner Crystal Palace wurden die Britisch Kurzhaar Katzen in verschiedenen Farben gezeigt. Sie gehört damit zu einer der am längsten gezüchteten Katzenrassen.
Der Ursprung geht bis auf die Römerzeit zurück; man nimmt an, dass römische Truppen die ersten Kurzhaarkatzen nach England gebracht haben. Durch Verpaarung mit Perserkatzen, erhoffte man sich eine stämmige Rassekatze – jedoch mit kurzem Fell. Damals waren jedoch langhaarige Rassekatzen noch deutlich beliebter, so dass ihre Popularität im Laufe der Jahre einigen Schwankungen unterworfen war.

Während der Weltkriege litt die Katzenzucht sehr stark, so dass danach relativ wenig „Zuchtpotenzial“ vorhanden war. Erneut wurden verschiede Rassen eingekreuzt. Zum einen, um den relativ kleinen Genpool wieder zu vergrößern, zum andern um bestimmte Farben zu erhalten. Verpaart wurden die Briten wieder mit Persern, aber auch Hauskatzen und ebenso mit der französischen Chartreux. Bei der Chartreux handelt es sich (heute) um eine gänzlich andere Rasse mit vollkommen eigenem Standard, die es ausschließlich in der Farbe Blau gibt. Leider werden deshalb heute immer noch blaue Briten irrtümlich als Kartäuser (dt. Übersetzung von Chartreux) bezeichnet. In einigen Vereinen bedient man sich des Begriffs als reine Farbbezeichnung; also Rasse: BKH, Farbe: Kartäuser, was dennoch zu Verwechselungen führen kann. 1977 wurden die Standards für beide Rasse klar getrennt: die Chartreux, die es nur in der Farbe Blau geben darf und die BKH in Blau und vielen weiteren Farben.

Derartige Fremdeinkreuzungen sind seit Jahrzehnten bereits nicht mehr zulässig und nicht mehr nötig. In den 90ern wurden nochmals rassefremde Verpaarungen vorgenommen (mit Somalis, Siam und Abessinern), um sowohl die Farbe Cinnamon als auch das Ticked, welches es bei den BKHs bis dahin nicht als Tabby-Musterung gab, in die Rasse einzukreuzen.

Auf Grund verschiedener Werbe-Spots (Sheba, Catsan, Whiskas) erfreut sich die BKH in letzten Jahren einer stetig zunehmenden Bekanntheit und ist inzwischen einer der beliebtesten Katzenrassen überhaupt.

Erscheinungsbild:

  • der Körperbau ist massiv und kräftig, aber trotzdem gut proportioniert, mit starkem Knochenbau insgesamt sollte ein Brite den Eindruck einer „runden“, kompakten Katze mit gedrungenem (cobby) Körper machen
  • Kater dieser Rasse sind deutlich größer und kräftiger als die Katzen
  • runder, massiver Kopf mit kräftigem Kinn und ausgeprägter Stirn, männliche Tiere haben zudem die typischen „Katerbacken“
  • die Nase ist kurz, breit und hat – seitlich gesehen – eine leichte Einbuchtung (Break) aber keinesfalls einen Knick (Stopp), wie bei Persern oder Exoten
  • Ohren sind klein, weit gestellt und den Enden gerundet
  • die Augen sind groß, rund, weit geöffnet und weit auseinander gesetzt
  • zulässige Augenfarben sind orange bis kupfer, grün (bei den Silbervarianten) blau (bei den Colourpoints) und odded eyes (zwei verschieden farbige Augen)
  • kräftiger, muskulöse Hals und breiter, kräftiger Rücken
  • die Brust ist breit und der Körper steht auf eher kurzen, stämmigen Beinen.
  • Beine sind kurz und kräftig und enden in dicken, runden Pfoten
  • der Schwanz ist eher kurz (ca. 2/3 der Körperlänge), dick und am Ende gerundet
  • das Fell ist gleichmäßig kurz und dicht, niemals eng angliegend mit einer dichten, gut isolierenden Unterwolle
  • es sollte nicht zu weich sein, sondern einen „crispen“ Griff haben und „plüschig“ vom Körper abstehen.
  • jedes Haar sollte einheitlich bis zu den Spitzen durchgefärbt sein (ausgenommen bei den Silber- und Tabbyvaritäten

Gewicht / Größe
Grundsätzlich gehört die BKH zu den mittelgroßen bis großen Katzen. In der Zucht gibt es zum Teil unterschiedliche Ausprägungen. Einige Züchter, züchten bewusst auf Größe – es werden also nur die jeweils größten Tiere miteinander verpaart und/oder gezielt Rückverpaarungen vorgenommen, um das Merkmal „Größe“ zu festigen. Risiken durch die zunehmende Größe (z.B. bei Katern über 10 kg) sind bisher noch nicht gezielt untersucht worden. Jedoch ist anzunehmen, dass möglicherweise zukünftig Problem wie HD – die bisher nur aus sehr großen Rassen wie z.B. Maine Coon bekannt sind – auch bei Briten auftreten können.

Fellfarben
Als Einfarbige:
In allen anerkannten Vollfarben: schwarz, chocolate, cinnamon, rot und deren Verdünnungen: blau, lilac, fawn und creme;
Als Torties (eine Farbe mit rot, resp. creme) in
schwarz-, blau-, chocolate-, lilac-, cinnamon-, fawn-tortie
Als Zweifarbige:
Alle Farben mit Weiß, dabei je nach Weißanteil als Bicolour, Harlekin oder Van bezeichnet
Als Tabby:
Alle bisher genannten Farben als Tabby (mit den vier Musterungen: classic, mackerel, spotted und ticked
Weiterhin gibt es alle diese Varianten mit und ohne Silber.
Außerdem gibt es die BKH auch in weiß und in allen zugelassenen Farben als Colourpoint (Maskenkatze) mit und ohne Tabby, sowie mit und ohne Silber
Insgesamt ist die BKH in über 100 Farb- und Mustervarianten anerkannt.

Besonderheiten
Einzigartig ist mit Sicherheit das Fell der Britisch Kurzhaar. Es ist dichter und plüschiger als bei allen anderen Kurzhaarkatzen und weist eine kräftige Unterwolle auf. Der typische Griff zur Prüfung der Fellqualität: mit gespreizten Fingern gegen den Strich in das Fell hineingreifen. Dabei sollte die Hand „stecken bleiben“.

Durch die Fremdeinkreuzungen – insbesondere der Perserkatze – in den früheren Jahren hat sich unter anderem das rezessive (verdeckt getragene) Langhaar-Gen in die Rasse „eingeschlichen“. Trafen zwei Tiere mit so einem verdeckten Gen aufeinander, so konnte es passieren, dass in einem Wurf plötzlich ein „Puschel“ – also ein langhaariges Katzenbaby - dabei war. Diese „Zuchtunfälle“ waren früher absolut verpönt, wurden versteckt oder unter der Hand verschenkt. Erst in den letzten Jahren wurden diese langhaarigen Briten als eigenständige Rasse von vielen (aber immer noch nicht allen) Vereinen anerkannt und werden heute unter dem Namen „Britisch Langhaar“, „Britanica“, „Highlander“ oder „Lowlander“ gezüchtet und dürfen nach wie vor mit den kurzhaarigen Briten verpaart werden.

Wesen / Charakter
Briten sind bekannt für ihren ausgeglichenen, freundlichen Charakter. Sie sind unkompliziert und anhänglich, jedoch nie aufdringlich. Als robuste und äußerst gelassene Katze ist sie ideal für Kinder. Gelegentlich zeigt sie ihr überschäumendes Temperament und kann wilde Sprints hinlegen – meist sind diese „dollen fünf Minuten“ aber auch wieder genauso schnell vorbei.
Die BKH ist äußerst duldsam, liebenswürdig, besonnen, charakterstark und anpassungsfähig. Sie ist ein angenehmer Hausgenosse und die ideale Wohnungskatze, die intensiven Kontakt mit ihren „Familienmitgliedern“ pflegt. Mit ihrem „bärchenhaften“ Aussehen, ihrem liebenswürdigen Wesen und dem unkomplizierten Charakter ist sie wohl der ideale Partner für Singels (dann sollte sie allerdings niemals allein gehalten werden), wie auch für Familien, an deren Rhythmus sie sich meist schnell anpasst.
Je nach Fellfarbe können sich die Katzen im Wesen auch noch leicht unterscheiden. Gelten die Blauen als besonders würdevoll und distanziert, so sind die Roten und die Silbertabbys eher temperamentvoll. Diese Unterschiede sind jedoch klein und nicht zwingend; entscheidender für den Charakter ist die Prägung im Welpenalter und eine gute Sozialisation im Züchterhaushalt.

Zucht
Die BKH wird in allen Ländern Europas, aber auch Russland, den Vereinigten Staaten und Australien gezüchtet. Während in Europa die große Farbenvielfalt genutzt wird, wird sie im anglikanischen Raum stärker in den blauen und silbertabby Varianten gezüchtet.

Da es bei den BKHs einen relativ hohen Anteil von Katzen mit der Blutgruppe B gibt, sollte man Verpaarungen grundsätzlich nur nach Kenntnis der Blutgruppe vornehmen, um unnötiges Kittensterben zu verhindern (siehe hierzu auch „Blutgruppen der Katze").

©Nicole Rudorf

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